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Archiv
27.01.2011, 12:04 Uhr
Zukunft der Rietberger Hauptschule wird jetzt angepackt
Podiumsdiskussion der CDU zur Rietberger Schullandschaft
Die Verunsicherung der Eltern sitzt tief. Seitdem vor eineinhalb Jahren die Hauptschulen in Rietberg, Neuenkirchen und Mastholte zusammengelegt worden sind, ist die neue Gemein­schaftshauptschule in schwierigem Fahrwasser: Bis vor einem halben Jahr fehlte es an einer tatkräftigen Schulleitung, Eltern und Lehrer beklagen einen Image­verlust und die Schülerzahl ist seit dem Schuljahr 2004/05 von 791 auf 471 Schüler gesunken. Grund genug für den CDU-Ortsverband Rietberg, zu einer Podiumsdiskussion einzuladen, um mit allen Beteiligten über die Zukunft der Hauptschule zu sprechen.
Wollen die Schullandschaft in Rietberg wieder ins Gleichgewicht bringen: Die Schulleiter Peter Esser, Britta Kleinegesse und Burkhard Ernst (vorne v.l.), und die Politi­ker Franz Schütte und Birgit Höppner mit Bürgermeister André Kuper (hinten v.l.)
Entsprechend groß war die Resonanz: Rund 140 interessierte Gäste konnte die CDU-Vorsit­zende Birgit Höppner, die den Abend moderierte, im vollbesetzten neuen Saal des Lind-Hotels begrü­ßen. Auf dem Podium nahmen Bürgermeister André Kuper, der Vorsitzende der CDU-Ratsfrak­tion Franz Schütte, der Landtagsabgeordnete Dr. Michael Brinkmeier und die drei Schulleiter Britta Kleinegesse (Hauptschule), Burkhard Ernst (Realschule) und Peter Esser (Gymnasium) Platz.
 
Schnell wurde klar, welche Frage die Eltern seit langem beschäftigt: „Kann ich mein Kind an der Hauptschule anmelden, ohne Sicherheit über den Standort und die zukünftige Struktur der Schule zu haben?“ Zum Einstieg in die Diskussion stellte Bürgermeister André Kuper Modelle für mögliche Alterna­tiven vor: Sie reichten von der Verbundschule als Hauptschule mit Real­schulzweig über die interkommunale Zusammenarbeit bis hin zur Errichtung einer Gemein­schaftsschule als Schulversuch. Das Manko: Einige Alternativen sind nicht genehmigungsfähig, andere erscheinen wenig praktikabel oder würden sich negativ auf die anderen Schulformen aus­wirken.
 
Dennoch soll jetzt Bewegung in die Zukunft der Hauptschule kommen: Anfang Februar tagt erst­mals eine Arbeitsgruppe zur Schulentwicklung in Rietberg, die bis Ostern konkrete Vor­schläge erarbeiten soll. „Dadurch werden über die Ebene der Politik hinaus alle Beteiligten ein­gebunden“, erklärte Franz Schütte. „Der Arbeitskreis besteht aus den Schulleitern, aus Leh­rern, Vertretern von Eltern und Schülern, der Schulaufsicht und dem Schulträger. Ein gro­ßer Vorteil ist die externe Moderation des Arbeitskreises durch den ehemaligen Leiter der Schulabteilung des Kreises Gütersloh, Gerhard Clarfeld.“ Noch einen weiteren Punkt stellte Schütte in der Dis­kus­sion klar, der bisher bei Eltern und Schü­lern für Unsicherheit gesorgt hat: „Alle Schüler, die heute die Hauptschule besuchen und alle, die jetzt angemel­det werden, können an der Haupt­schule ihren Abschluss machen. Von mögli­chen Verände­rungen werden erst die Schüler be­troffen sein, die im Schuljahr 2012/2013 eingeschult werden.“ Auf der positiven Seite sei für die Hauptschule darüber hinaus die Einstellung der neuen, ambitionierten Schulleiterin zu verbu­chen, so Schütte.
 
Die drei Schulleiter sagten in ihren Statements der Hauptschule gemeinsam ihre Unterstüt­zung zu: Schulleiterin Britta Kleinegesse erklärte, „dass ihr Herz ganz für die Hauptschule schlägt“ und versprach ein verbessertes pädagogisches Konzept, das bereits ab dem neuen Schuljahr greifen soll. Darüber hinaus gebe es viele positive Maßnahmen ihrer Schule, wie etwa die Hil­fen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Was sie jedoch vermisse, sei eine echte Lobby für die Haupt­schule. Hinsichtlich organisatorischer Verän­derungen denkt Kleinegesse an eine horizon­tale Teilung der Schule. Das würde bedeuten, dass zum Beispiel die Klassen fünf bis sie­ben an einem Standort und die Klas­sen acht bis zehn am anderen Standort unterrichtet werden. Neben der Kritik der Eltern, die Diskussio­nen käme viel zu spät und hätte bereits vor zwei Jahren geführt werden müs­sen, gab es auch positive Rückendeckung für die Haupt­schule. So gab ein Vater aus der Schulpfleg­schaft ein Plädoyer für die Qualität der Haupt­schule ab und betonte den guten Klassenzu­sammenhalt.
 
Schulleiter Burkhard Ernst von der Realschule mahnte an, neue Strukturen weniger von der Infrastruktur her, sondern unter pädagogischen Gesichtspunkten zu planen. Sein Kol­lege Peter Esser warnte vor einer halbherzigen Lösung, sonst drohe die „Abstimmung mit den Füßen“ und ein weiterer Einbruch der Schülerzahlen. Der Land­tagsabgeordnete Dr. Michael Brinkmeier betonte in diesem Zusammenhang, nur eine opti­male Lösung für die Kinder schaffe stabile Strukturen.
 
Als Ergebnis der Veranstaltung wünschte sich Kuper, dass die Diskussion um ein Ende der Hauptschule aufhört. „Die Hauptschule wurde verbal viel zu früh beerdigt. Mit dieser neuen Schulleitung und neuen pädagogischen Konzepten wird die drittgrößte Hauptschule im Kreis Gütersloh weiterhin in unserem Schulsystem eine wichtige Rolle spielen und auch zweizügig lebensfähig sein“, so der Bürger­meister. „Wir haben heute Abend gesehen, dass alle Akteure mithelfen wollen, die Haupt­schule zu stärken und wir haben über viele gute Ansätze gespro­chen.“
aktualisiert von Team Rietberg, 13.11.2013, 09:00 Uhr