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05.07.2017, 19:56 Uhr | Übersicht | Drucken
Norwegischer Wasserkraftstrom wirklich 100% Öko?
CDU fordert Transparenz bei Deklaration und Annahmen der Kundenentwicklung

Im Hinblick auf die beabsichtigte Gründung der Stadtwerke Rietberg/Langenberg mit den Stadtwerken Soest stellt sich die spannende Frage, ob die Stadtwerke Soest demnächst Ökostrom oder konventionellen Strom liefern. In ihrem eigenen Stromvertriebsbereich werben die Stadtwerke Soest damit, dass sie an Privatkunden 100 % Ökostrom aus Wasserkraftwerken liefern. Die Herkunft des Ökostroms aus Wasserkraft wird mit Norwegen angegeben. Man darf davon ausgehen, dass auch den Rietberger Kunden ein ähnliches Produkt angeboten wird.


Mit dem Ökostrom aus Wasserkraft aus Norwegen hat das nur so einen Haken. Es gibt bisher keine einzige Leitung zwischen zwischen Norwegen und dem zentraleuropäischen Netz, so dass nicht einmal theoretisch gedacht werden kann, dass der Strom aus Norwegen kommt. Der Bau einer ersten Leitung hat gerade erst begonnen. Tatsächlich handelt es sich bei Ökostrom aus Norwegen nur um eine Umetikettierung. Die Norweger verkaufen auf dem Papier die kw-Stunde für 0,02 – 0,03 € und lassen sich dafür Strom aus Atom- und Kohlekraftwerke umbuchen. Auf dem Papier hat Norwegen nur noch 20 % Strom aus Wasserkraft, der Rest ist Atom- oder Kohlestrom. In Wirklichkeit wird Norwegen weiter fast 100 prozentig durch Strom aus Wasserkraft versorgt, während bei uns der Strom weiter zu einem großen Teil aus Kohle- und Atomkraftwerken kommt.

Diese Umetikettierung von Strom ist bereits 2014 vom WDR-Magazin Markt und in anderen Publikationen wie dem Focus als grüner Etikettenschwindel bezeichnet worden.

Wir fordern als CDU, dass die Bürger der Stadt vor Abschluss des Vertrags mit den Stadtwerken Soest informiert werden, ob ihnen demnächst echter Ökostrom oder Schwindelökostrom aus der Umetikettierung von Atom- und Kohlestrom angeboten wird.

Die CDU hat auch weiter Zweifel an der Rentabilität der geplanten Stadtwerke. Die der Rentabilitätsberechnung zugrunde gelegte Entwicklung der Kundenzahlen ist zu optimistisch. Erfahrungsgemäß und wissenschaftlich untermauert steigen bei einem neuen Produkt die Kundenzahlen zunächst stark an, bevor sie ab- flachen, sobald eine Marktsättigung erreicht ist. Die Entwicklung der Kundenzahlen ist in der Regel degressiv aufsteigend und nicht linear. Bei der Einführung von Rieti-Strom werden sicherlich einige aus Lokalpatriotismus umsteigen. Wenn die Einführungsphase vorbei ist, wird es immer schwieriger, weitere Kunden zu gewinnen. Die weitere Entwicklung stagniert. So beschreibt es jedenfalls die SPD Verl auf ihrer Internetseite bei ihren Anträgen zum Haushalt 2017, dass im Rahmen des Geschäftsberichts der Stadtwerk Verl von einem stagnierenden Geschäftsverlauf gesprochen worden sei.

Auch hier hat die Öffentlichkeit einen Anspruch darauf, dass die Grundlagen zur Prognose der Kundenentwicklung vor Abschluss des Vertrags offengelegt und zur öffentlichen Diskussion freigegeben werden. Denn wenn die Ansätze zur Prognose der  Kundenentwicklung schon falsch sind, ist das gesamte Zahlenwerk zur Rentabilitätsberechnung obsolet.



aktualisiert von Team Rietberg, 23.09.2017, 16:24 Uhr

   

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