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05.05.2009, 09:11 Uhr | Übersicht | Drucken
„Was Sie schon immer über die Varusschlacht wissen wollten“

Unter dieser Devise stellte sich Dieter Steinsiek auf Einladung des Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes Rietberg Dr. Michael Brinkmeier MdL in der vergangenen Woche interessierten Bürgern im Kolpinghaus Neuenkirchen.

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v.l. Dr. Michael Brinkmeier (MdL), Dieter Steinsiek, Hubert Deittert (MdB), Christian Sudbrock als sachkundiger Geschichtstudent

Steinsiek, selbst ehemaliger Soldat, beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit dem Thema Varusschlacht oder auch Schlacht am Teutoburger Wald und forderte sein Publikum auf: „Stellen Sie mir Fragen, umso besser bin ich!“

Die mythische Schlacht jährt sich in diesem Jahr zum zweitausendsten Mal. Umstritten ist vor allem der Standort der Schlacht: Hat Sie nun im westfälischen Detmold oder in Kalkriese bei Osnabrück stattgefunden. Diese unter Historikern umstrittene Frage stand auch an diesem Abend im Mittelpunkt.

Einleitend vermittelte Steinsiek den Zuhörern ein Gefühl dafür, wie groß das besagte Heer tatsächlich gewesen ist, das Varus in den Untergang geführt hatte. Der riesige Tross von bis zu 20.000 Soldaten maß um die 20 Kilometer. Varus wurde seinerzeit als Statthalter in das zum Großteil von Römern besetzte Germanien versetzt. Varus´ Gegenspieler war Arminius, ein Fürst der Cherusker. Unweit der Marschroute des Varus ins Winterlager sollte er angeblich einen Aufstand der Germanen niederschlagen. Arminius war mit seiner Truppe schon vorausgeeilt, um weitere Truppen zu mobilisieren, so hieß es zumindest. Tatsächlich war es jedoch Arminius, der Varus und seine Legionen angriff. Die vernichtende Schlacht ging über drei Tage.

Das römische Militär erlitt hier eine der schwersten Niederlagen seiner Geschichte. Sie trug dazu bei, die Römer ein für alle Mal aus dem Norden Germaniens zu vertreiben. Historiker führen die katastrophale Niederlage des Varus auf dessen Nachlässigkeit und Unbedachtsamkeit zurück. Die Varusschlacht gilt als Ereignis von Weltrang.

Nach einer Einführung in die geschichtlichen Hintergründe befasste sich Steinsiek mit der großen Frage des Abends: „Fand die besagte Schlacht nun bei Detmold oder bei Kalkriese statt?“. Aufwendige Gefechtsanalysen anhand von Marschrouten und Versorgungsmöglichkeiten für das enorme Heer ergeben nach Ansicht Steinsieks, dass die Varusschlacht nur in der Nähe von Detmold stattgefunden haben kann. Die historischen Quellen, wie beispielsweise Aufzeichnungen des antiken Geschichtsschreibers Tacitus, beschreiben als Ort der Schlacht stets ein bewaldetes Gebiet zwischen Lippe und Ems. „Das kann nur in der Nähe der Senne gewesen sein!“ so Steinsiek. Medienberichte, die Rietberg als Standort in Betracht gezogen hatten, bezeichnete er dagegen als völlig abwegig.

Zum Abschluss forderte der engagierte Historiker seine Zuhörer auf, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen: „Was wäre die Konsequenz gewesen, wenn nicht Varus, sondern Arminius die Schlacht verloren hätte?“ Womöglich wäre das römische Reich bis an die Elbe vorgedrungen… die Völkerwanderung wäre an Elbe oder Oder zu Ende gewesen…dann gäbe es keine Angeln und Sachsen, die über die Nordsee gezogen waren… kein England… demzufolge keine USA…

Das Publikum zeigte sich nach einem spannenden Abend sehr beeindruckt von den Anregungen und Hintergründen, die Steinsiek präsentierte. Michael Brinkmeier MdL: „Man hat jetzt eigentlich noch mehr Lust bekommen, nach Kalkriese zu fahren, um dort nach deren Theorie zu fragen.“



| Team Rietberg, 13.11.2013, 08:47 Uhr

   

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